Lehrerinitiative und kreativer Widerstand

07. Mai 2017  Im Landtag

Gemeinsam mit Eva Gerth (Vorsitzende der GEW) bei der Unterschriftenaktion auf dem Domplatz

Die Landtagssitzung startete für uns am Donnerstagmorgen mit einer Aktion auf dem Domplatz. Wir unterstützten die Volksinitiative „Den Mangel beenden! – Unseren Kindern Zukunft geben!“ mit einem Stand und den ersten von hoffentlich mindestens 30.000 Unterschriften. Mit der Volksinitiative sollen unter anderem 1.000 Lehrerinnen und Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich zu den aktuellen Planungen eingestellt werden. Da der Bildungsminister laut Pressestatements die Initiative offensichtlich auch unterstützt, wird sicher bald alles gut…

In der Sitzung selbst beschäftigten uns die Lehrer dann in einer Aktuellen Debatte zum Thema „Qualität der Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2017/18 sichern“ und in einem Antrag der AfD in dem gefordert wurde, dass Flüchtlingskinder in Sonderklassen unterrichtet werden sollen.

Kontrovers wurde unsere Aktuelle Debatte zum aktuellen Haushalt diskutiert. Man war sich zwar einig, dass es unschön ist, wenn Bereiche des beschlossenen Haushaltes bereits jetzt gekürzt werden, sucht aber Lösungen, um im sozialen Bereich möglicht wenig Schaden anzurichten. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das überall gelingen wird. Es sieht zwar momentan so aus, als würde in diesem Jahr mehr Geld in der Landeskasse landen, da nicht alle geplanten Investitionen umgesetzt werden können und die Steuerschätzung besser ausfallen wird als geplant. Müssen aber die Träger jetzt ihre Wirtschaftspläne um 10 Prozent reduzieren, nutzt ihnen am Ende des Jahres ein positiver Haushaltsabschluss des Landes nichts, die gekürzten 10 Prozent bekommen sie nämlich nicht zurück.

Reagiert hat nun offensichtlich das Sozialministerium, das eine Ausnahmeregelung beim Finanzministerium beantragt hat und den Trägern nun wahrscheinlich 100 Prozent der beschlossenen Gelder auszahlt. In anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei Förderungen im Frauenbereich (welche durch das Justizministerium bewilligt werden), sind bereits Kürzungen vorgenommen worden.

Apropos Sozialministerium: Das wurde bei der Regierungserklärung der Ministerin zum Thema „Zukunft der Arbeit in Sachsen-Anhalt“ von der AfD als „Ministerium der Schande“ bezeichnet. Bei solchen Äußerungen kann ich gut verstehen, dass es einige Abgeordnete nur schwer auf den Plätzen hält. Dem Ministerpräsidenten schien es jedenfalls so gegangen zu sein. Er stellte sich in einem persönlichen Statement vor das Ministerium und die Ministerin und verurteilte die Äußerungen des Fraktionsvorsitzenden der AfD. Das war eine gute und wichtige Aussage.

Wir haben derweil unseren eigenen Umgang mit den Äußerungen von ganz rechts gefunden und spielten in der Sitzung gemeinsam mit SPD und GRÜNEN ein selbst  erfundenes AfD-Bullshit-Bingo. Dazu gab es zur Freude der Fraktionskolleginnen und -kollegen Herz-Gummibären.