Im Wahlkreis

Wahlkreisaktivitäten

04. Mai 2018  Im Wahlkreis

Nach einem kleinen Rundblick über die Webseite fiel auf, dass ich nur recht selten über Ereignisse in meinen Wahlkreisen berichte. Daher gibt es hier jetzt einige Infos der vergangenen zwei Wochen:

Schon über viele Jahre fährt die Gerhard-Schöne-Schule in Wolmirstedt mit ihren Schülern zu einer Partnerschule nach Israel. Alle zwei Jahre werden Schüler dafür ausgewählt und intensiv auf die Reise vorbereitet. In diesem Jahr haben sich acht Schülerinnen und Schüler qualifiziert. Damit ihnen für die Reise keine Kosten entstehen, werden Spenden gesammelt und Gelder beantragt. Leider gibt es kaum Programme, die Auslandsreisen für geistig behinderte Kinder unterstützt, daher haben wir uns, wie auch schon in der Vergangenheit, als Fraktion entschieden, einen kleinen Teil der Kosten für dieses außergewöhnliche Projekt zu übernehmen. Ende April überreichte ich dem Israel-Team einen Spendenscheck unseres Soli-Fonds.

Die Schülerinnen und Schüler freuten sich über die kleine finanzielle Unterstützung und waren gespannt auf die Reise nach Israel

Die Europaschule in Burg hatte ich schon im vergangenen Jahr zum traditionellen Fußballturnier der Europaschulen Sachsen-Anhalts eingeladen. Jede Schule stellt Mannschaften zusammen, die dann in einem Turnier gegeneinander antreten. Zum Schluss gibt es dann ein Spiel der besten Spieler der Schulmannschaften gegen ein Team aus Erwachsenen. Neben Trainern und Lehrern spielten im Erwachsenenteam auch der Landrat Steffen Burchhardt und ich mit. Das sehr ausgeglichene Spiel endete 3:3. Hinterher gab es dann noch eine Siegererung und ein gemeinsames Nudelessen in der Schule. Das Turnier war eine schöne Gelegenheit mal wieder Fußball zu spielen und zur Abwechslung ganz andere Kompetenzen, als die sonst erwarteten, einzusetzen.

Gruppenbild mit allen Mannschaften aus Halle, Halberstadt, Ilsenburg und Burg

Siegerehrung mit Medaillen und Pokal nach einem anstrengenden Vormittag

Kleine rot-blaue Erinnerung an ein faires aber hartes Spiel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine ganz andere Runde ergab sich bei der Bescheidübergabe für die energetische Sanierung von Kindergärten und Schulen in Burg und Umgebung. Der Finanzminister hatte an einem Tag vier verschiedene Bescheide dabei und beglückte die Einrichtungen mit Geld für neue Heizungen, neue Dächer, barrierefreie Toiletten, neue Elektroanlagen und Sanierungen von Kellerräumen. Insgesamt können fast zwei Millionen Euro an EU- und Landesgeldern dafür eingesetzt werden. Mit von der Partie waren an dem Tag auch mein CDU-Landtagskollege Markus Kurze und Manfred Behrens, der für die CDU im Bundestag sitzt.

Reisetage

13. April 2018  Fachpolitik, Im Wahlkreis

In der vergangenen Tagen war ich viel im Land unterwegs, um Termine im Rahmen meiner Wahlkreisarbeit und auch als Fachpolitikerin wahrzunehmen.

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen Dagmar Zoschke (Sprecherin für Gesundheitspolitik) und Monika Hohmann (Kinder- und Familienpolitische Sprecherin) war ich im Kinderheim in Pretzsch (bei Wittenberg), das von der SALUS betrieben wird. Da die SALUS dort mit dem Heim und vielen weiteren Angeboten unsere drei Themenbereiche abdeckt, konnte jede von uns etwas zum Besuch beitragen und neue Erkenntnisse mitnehmen.

Sogar meine Kenntnisse als haushaltspolitische Sprecherin waren von Nutzen, da in das Gelände der SALUS demnächst über 5 Millionen Euro investiert werden. Wir hatten eine Vorlage dazu im Finanzausschuss. Es geht um so genannte PMO-Mittel, die in Sachsen-Anhalt auf unterschiedliche Beeiche verteilt werden. PMO-Mittel stammen aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. Das Land Sachsen-Anhalt erhält in diesem Jahr 35 Millionen daraus. Da ich erstmalig mit dem Thema zu tun hatte und mir nach dem Termin in Pretzsch und der Befassung im Ausschuss noch nicht alles dazu verständlich war, habe ich eine Kleine Anfrage dazu gestellt.

Am Donnerstag war ich in Vertretung des ehemaligen Landtagskollegen Frank Hoffmann in Dessau. Dort fand eine Ehrung von langjährigen Gewerkschaftsmitgliedern der GEW statt. Es ist bei der Ehrung Tradition, dass auch einige Worte zur aktuellen politischen Lage gesagt werden. Das habe ich übernommen. Insgesamt haben wir als Partei durch unser Engagement im Bereich Schulen einen sehr guten Stand bei vielen Lehrkräften. Da ich einige Jahre bei der GEW gearbeitet habe, war es quasi ein Heimspiel.

Insgesamt 700 Euro sind für den Jugendclub Wolmirstedt im Rahmen einer Spendenaktion zusammen gekommen

Zum Ende der Woche konnte ich einen Scheck über 700 Euro an den Jugendclub in Wolmirstedt übergeben. Der Anlass war ein trauriger, hat nun aber doch zu etwas Gutem geführt.

Nachdem unser Wolmirstedter Genosse Detlef Horstmann gestorben war, kamen viele Menschen auf uns zu und wollten Geld für seine Beerdigung spenden. Leider hatte die Familie jegliche Beteiligung unsererseits abgelehnt und auch eine Teilnahme an der Beerdigung abgelehnt.

Um den vielen Menschen, mit denen Detlef zu tun hatte, trotzdem die Möglichkeit zu geben, sich von ihm zu verabschieden, haben wir eine Traueranzeige geschaltet und am 24. März eine Gedenkfeier für ihn durchgeführt. Bei der Feier sind 700 Euro Spenden zusammen gekommen, die wir in Detlefs Namen dem Jugendclub in Wolmirstedt zugute kommen lassen wollten. Der Club und die jungen Leute lagen ihm immer sehr am Herzen und haben sich sehr über die Spende gefreut.

Ein Fahrrad im Büro

13. Februar 2018  Im Wahlkreis

Als ich im Jahr 2005 zur Partei kam, war es der Vorsitzende der Basisorganisation (BO), Detlef Horstmann, der mich in Wolmirstedt aufnahm. Er führte mich vorbehaltlos und offen in das Parteileben ein, erklärte mir Zusammenhänge und achtete darauf, dass ich an möglichst vielen Terminen teilnahm. Er betonte immer wieder, wie wichtig es sei, junge Menschen in die Partei zu holen.

Detlef hatte eine sehr direkte und ehrliche Art, die es ihm und anderen nicht immer leicht machte. Ich schätze ihn dafür, denn man wusste immer, woran man bei ihm war. Oft war er traurig über Vorgänge in der Partei und versuchte mit der BO in Womirstedt einen Kontrapunkt zu setzen.

Detlef bei der Eröffnung des Wolmirstedter Wahlkreisbüros im Sommer 2016

Wir sind zumindest im Bördekreis als einer der kritischsten Ortsverbände bekannt. Irgendwann haben wir uns selbst als Gallier tituliert, die gegen die Übermacht der Römer kämpfen. Detlef war unser Asterix.

Ich kann mich noch gut an den Parteitag zur Listenaufstellung für die Landtagswahl erinnern. Der Parteitag fand im November 2015 in der Stadthalle in Staßfurt statt. Detlef begleitete mich und war aufgeregter als ich, obwohl ich ja die Kampfkandidatur machen und die Rede halten musste.

Als ich nach der Vortellungsrede von der Bühne zurück kam, konnte er kaum stillsitzen. “Wir schaffen es! Wir schaffen es! Das klappt!” rief er während der Auszählung der Stimmen die ganze Zeit. Und ja, es hat geklappt. Wolmirstedt hat seit 2016 wieder eine Landtagsabgeordnete. Das hatte sich Detlef seit Jahren gewünscht. Ohne seinen Einsatz für meine Kandidatur wäre das nicht möglich geworden.

Irgendwann nach der Landtagswahl gingen wir auf Bürosuche in der Wolmirstedter Innenstadt. Da ich in meinen drei Wahlkreisen zwei Büros aufmachen wollte (Burg und Wolmirstedt), war mein Budget, das eigentlich für ein Büro bemessen ist, recht schmal. Das machte Detlef aber nichts aus. Zielstrebig suchte er ein großes, teures und sehr zentral gelegenes Büro heraus. Es war eine gute Wahl.

Das Büro liegt mitten auf dem Boulevard, ist gut sichtbar und Anlaufpunkt für ehrenamtliche Gruppen vor Ort. Detlef hat die zweitägigen Öffnungszeiten durch sein freiwilliges Engagement auf meist mindestens drei Tage aufgestockt. Extra für ihn haben wir einen kleinen Cafe-Tisch und zwei Stühle gekauft, die bei gutem Wetter vor dem Büro standen. Detlef saß regelmäßig draußen und unterhielt sich mit vorbeigehenden Passanten.

Detlef kannte gefühlt die halbe Stadt. Wenn man mit ihm durch die Fußgängerzone ging, ist man keine 20 Meter weit gekommen, ohne dass er in ein Gespräch verwickelt wurde. Er war in Wolmirstedt als Linker bekannt, als Stadtrat geschätzt und als freiwilliger Helfer in diversen Schulen vor Ort eine große Hilfe.

Detlef konnte nach der Wende beruflich nie wieder richtig Fuß fassen, kam von einem Arbeitsbeschaffungsprogramm zum nächsten, hatte hier mal einen Ein-Euro-Job und dort eine Kurzzeitbeschäftigung. All seine Kraft und sein Herzblut steckte er ehrenamtlich in die Politik.

Er war bei der Bürgerinitiative Offene Heide dabei, ging fast immer zu den Montagsdemonstrationen in Magdeburg, engagierte sich in der Flüchtlingsarbeit, nahm an der Meile der Demokratie und an den Demos zu Ehren von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Berlin teil. Die Partei und die BO in Wolmirstedt waren seine Familie. Sie gaben ihm auch in schweren Zeiten Halt und Sinnhaftigkeit.

Das letzte Mal sah ich ihn bei der Vorstandssitzung der BO am 2. Februar in Wolmirstedt. Es ging ihm nicht gut, daher fuhr ich ihn nach der Sitzung nach Hause. Sein Damenrad, mit dem er in Wolmirstedt immer unterwegs war und das er liebevoll “Angelina” getauft hatte, stellten wir ins Büro. Dort sollte es sicher und trocken stehen. Ich fuhr ihn bis vor seine Haustür, half ihm aus dem Auto, schaute, dass er gut in seine Wohnung kam und fuhr nach Hause.

Ende vergangener Woche ist er im Alter von nur 61 Jahren gestorben.

Was bleibt, sind viele schöne und gemeinsame Erinnerungen, viele kleine Erfolge, ein Wahlkreisbüro mitten in der Stadt, eine große Dankbarkeit für seine uneigennützige Unterstützung und Fürsprache. Und ein Fahrrad im Büro.

 

Mit Detlef sind in diesem Jahr bereits vier Menschen aus meinem familiären und näheren Umfeld verstorben. Das ist für Mitte Februar eine überaus traurige Bilanz. Ich weiß noch nicht, wo ich das alles hin stecken soll…

Gute Schule, klasse Perspektiven

30. Januar 2018  Im Wahlkreis

Als persönliche Referentin des Sozialministers war damals u.a. meine Aufgabe, Termine des Ministers vor- und nachzubereiten. Dazu gehörte es, Absprachen mit den zu besuchenden Einrichtungen zu treffen und die Abgeordneten zu informieren, die in dem jeweiligen Wahlkreis tätig waren. Letzteres habe ich zeitlich nicht immer geschafft, so dass wir hin und wieder Ärger von den Abgeordneten bekamen, die nicht davon wussten, dass der Minister bei ihnen vor Ort einen Bescheid übergeben oder eine Einrichtung besucht hatte.

Übergabe des Zuwendungsbescheids u.a mit Finanzminister Andre Schröder, Manfred Maas von der Investitionsbank, Abgeordneten aus Landes- und Bundesebene und dem Schulleiter Carsten Koslowski (rechts) in der Aula der Schule; Foto: MF

Jetzt als Abgeordnete weiß ich den Service der Ministerien sehr zu schätzen und merke auch die feinen Unterschiede in der Informationspolitik der Ministerbüros.

Von der ordentlichen Arbeit eines persönlichen Referenten habe ich in der vergangenen Woche profitiert. Ich bekam eine Mail mit der Information, dass der Finanzminister dem Gymnasium in Wolmirstedt einen Zuwendungsbescheid für eine energetische Sanierung überreichen wollte. Die Übergabe sollte am 29. Januar stattfinden. Glücklicherweise passte der Termin bei mir, also fuhr ich am Montag in die Schule, in der ich 8 Jahre meines Schullebens verbrachte.

Nur durch die Möglichkeiten, die mir im Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium geboten wurden, konnte ich auch nach dem Abitur meinen Weg gehen. Ohne Schülerzeitung, Schülerradio und verständnisvolle Lehrer, die meine vielen Fehlzeiten meist langmütig hinnahmen, wäre ich heute nicht in der Politik.

Jetzt als Abgeordnete kann ich der Schule etwas zurück geben. Gerade beim sehr akuten Lehrermangel kommen viele Hinweise und Bitten. Gestern blieb ich noch lange nach dem offiziellen Termin und sprach mit der Schulleitung über die aktuelle Lehrersituation in der Schule und Gestaltungsmöglichkeiten der Politik. Gut, dass momentan “nur” knapp 950 Schüler das Gymnasium besuchen und daher auch nur rund 80 Lehrer benötigt werden. Zu meinen Schulzeiten war das Gymnasium mit fast 1.400 Schülern mehr als ausgelastet und das Lehrerkollegium im dreistelligen Bereich.

Dass der Finanzminister einen Bescheid über 2,3 Millionen Euro überreicht hat und ich dabei sein konnte, freut mich sehr. Das Geld soll für eine Photovoltaikanlage, neue Fenster und Sonnenschutz für die Klassenräume verwendet werden. Das klingt nach guten Bedingungen für die junge Generation. Mit noch besseren Lernbedingungen bringt die Schule neben einem Bürgermeister (Martin Stichnoth, BM Wolmirstedt), Mitglieder einer erfolgreichen Pop-Band (Bill und Tom Kaulitz von Tokio Hotel), einer Abgeordneten und vielen erfolgreichen Abiturienten sicher noch mehr engagierte junge Menschen hervor. Schön, dass sich das Finanzministerium und die Investitionsbank um die äußeren Rahmenbedingungen kümmern. Ich bemühe mich parallel um die inneren Werte, wie ausreichend Lehrer und außerschulische Projekte.

 

Gewissensfrage

14. Dezember 2017  Im Wahlkreis

Seit diesem Jahr bin ich Mitglied im Beirat der Investitionsbank. Meine Fraktion hat mich in meiner Funktion als Haushälterin für diese Legislatur benannt. Im Beirat sitzen neben jeweils einem Abgeordneten je Fraktion auch Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und von den kommunalen Spitzenverbänden.

Der zwei Mal jährlich tagende Beirat wird über aktuelle Entwicklungen der Bank informiert und kann Diskussionsprozesse anstoßen. Bisher hat der Beirat einmal getagt. Informiert wurde über den Aufbau und den aktuellen Zustand der Bank.

Frau Ehrenberg, die ehrenamtlich im Integrationstreffs arbeitet, nahm die Spiele und Bücher für die Kinder entgegen

Einige Tage nach der Sitzung bekam ich eine Mail von der IB, mit der Bitte, ein Datenblatt auszufüllen, um das Sitzungsgeld in Höhe von 150 Euro zu erhalten.

Dass es ein Sitzungsgeld geben würde, war mir bis dahin nicht bekannt und verwunderte mich etwas. Immerhin bin ich doch nur Mitglied des Beirats, weil ich Abgeordnete bin, um genau auch in solchen Gremien mitzuarbeiten. Ich bekomme schon eine umfangreiche Diät, wozu brauche ich dann noch ein Sitzungsgeld?

Mein erster Implus war also, das Geld nicht zu nehmen. Sollte es die Bank behalten und damit sinnvolle Sachen anfangen.

Nach einigem Überlegen habe ich mich dann aber doch anders entschieden. Ich gab das Datenblatt ab und entschied, das Geld für einen sinnvollen Zweck zu spenden.

Als wir im November im Rahmen des Vorlesetages im Integrationstreff Genthin waren, wurde uns berichtet, dass es dort kaum Bücher und Spiele für die Kinder gab. Also kaufte ich von dem Geld kindgerechte Bücher und Spiele. Diese überreichten wir heute.

Auch die zukünftigen Sitzungsgelder werde ich für soziale Zwecke spenden. Wer Bedarf hat, kann sich gern bei mir melden.