Eine unendliche Geschichte

06. November 2020  Fachpolitik, Im Landtag

Die Fronten sind geklärt. Die Koalition hat die Mehrheit, die Opposition unterliegt. Egal wie gut die Ideen sind, egal wie dringend ein Thema ist, egal wie sehr man agitiert, fordert, drückt. Gestalten wird immer die Koalition mit der Regierung. Dazu muss man sich in der Koalition natürlich abstimmen und sich einig sein oder zumindest einen Kompromiss finden. Dass das manchmal schwierig ist und zu nahezu absurden Situation führen kann, zeigt das folgende Beispiel:

Ich hatte an dieser Stelle schon mehrfach über die abenteuerliche Reise meines Antrages Jugendarbeit während der Corona-Pandemie berichtet. Nachdem ich ihn im Juli in den Landtag eingebracht hatte, wurde er federführend in den Finanzausschuss und mitberatend in den Sozialausschuss überwiesen. Der Sozialausschuss befasste sich am 2. September damit und stellte fest, dass die Regierung tätig war und der Antrag daher erledigt ist. Weil das falsch ist, stimmten wir dagegen. Damit gilt er nicht als erledigt, weil wir uns als Antragsteller dagegen ausgesprochen haben. Trotzdem wollte die Koalition, dass der Beschluss so an den Finanzausschuss weitergegeben wird.

Der parallel tagende Finanzausschuss stellte daraufhin fest, dass der Beschluss so nicht hätte gefasst werden dürfen, weil er gegen die Geschäftsordnung verstößt. Also schickten wir den Beschluss an den Sozialausschuss zurück und baten ihn, einen ordentlichen und inhaltlich fundierten Beschluss zu fassen.

So viel Unterhaltung ist selten im Landtag – für den nächsten Ausschuss halten wir Popcorn bereit

In der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 30. September fasste der Sozialausschuss nach einigen Diskussionen zwischen den Koalitionsfraktionen einen inhaltlichen Beschluss zum Antrag. Das Problem dabei: Der Beschluss passte nicht zum Inhalt des Antrages. Um schnell irgendetwas zu Papier zu bringen, nahm man einfach einen bereits bestehenden Beschluss zu einem anderen Antrag von uns und fasste ihn auch für den Corona-Antrag.

Der parallel tagende Finanzausschuss wunderte sich sehr über diese Vorgehensweise und vertagte eine abschließende Beschlussfassung zu diesem inhaltlich nicht passenden Vorschlag, um sich mit den Sozialpolitikern abzustimmen.

In der nächsten Sitzung des Sozialausschusses am 5. November kam dann unangekündigt eine neue Beschlussempfehlung von der Koalition auf den Tisch. Diese hat sieben Punkte und befasst sich tatsächlich mit unserem Antrag. Vier der sieben Punkte sind eher prosaisch und haben keinerlei Auswirkungen: Man stellt fest, dass die Pandemie Auswirkungen auf das Leben junger Menschen hat, das Jugendarbeit eine wichtige Rolle spielt, dass man dankbar ist, dass die Fachkräfte in dem Bereich gute Arbeit leisten und dass das Sozialministerium Ausnahmen der Förderrichtlinien für den Jugendbereich zugelassen hat.

Im Punkt 5 und 6 der Beschlussempfehlung wird es dann konkret: Man bittet die Landesregierung darum, zu prüfen, ob die Ausnahmen der Richtlinien auch nach dem 31.12.2020 gelten können und möchte eine Verstetigung der Förderung digitaler Angebote in der Jugendarbeit schaffen.

Der Sozialausschuss verabschiedete die Beschlussempfehlung (mit unseren Gegenstimmen) und gab sie an den parallel tagenden Finanzausschuss weiter.

Dass die Landesregierung wegen der anhaltenden Corona-Pandemie sowieso darüber nachdenken muss, die bisherigen Maßnahmen über das Jahr 2020 zu verstetigen, hatte der Finanzminister in der Sitzung bereits bei einem anderen Thema angekündigt. Und eine Verstetigung der Förderung von digitalen Angeboten kann nur erfolgen, wenn es überhaupt eine Förderung digitaler Angebote gibt. Das ist aber nicht der Fall. Durch die Ausnahmen der Richtlinien können sich die Vereine entscheiden, ob sie Bildungsangebote machen oder Technik kaufen. Beides geht nicht. Es gibt also keinen eigenen Topf für digitale Angebote, daher kann da nichts verstetigt werden. Der Beschluss heißt also übersetzt: Kauft mehr Technik, macht weniger Bildungsangebote. Damit ist das Thema Jugendbildung tot.

Ich trug diese Punkte entsprechend im Finanzausschuss vor und riet dazu, diese Beschlussempfehlung abzulehnen. Überraschenderweise kam es dann tatsächlich zu einer Diskussion (normalerweise interessieren sich die Finanzer eher weniger für Jugendthemen) und es stellte sich heraus, dass auch andere Abgeordnete des Finanzausschusses Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieser Beschlussempfehlung hatten. Dann folgte die Abstimmung und dort passierte etwas, dass ich selbst nicht für möglich gehalten hätte: Die Koalition stimmte unterschiedlich ab: SPD, Grüne und Teile der CDU stimmten dafür, AfD, Teile der CDU und wir dagegen. Damit wurde die Beschlussempfehlung aus dem Sozialausschuss 5:6:0 abgelehnt.

Nach Geschäftsordnung muss, wenn die Beschlussempfehlung abgelehnt wird, über den Ursprungsantrag abgestimmt werden. Da man sich zu unserem eigentlichen Antrag in der Koalition nicht abgestimmt hatte, beantragten die drei Fraktionen eine Auszeit, um ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Daraufhin wurde der Punkt auf die nächste Sitzung vertagt.

Wir sind beim Thema Jugend(verbands)arbeit unter Corona-Bedingungen also parlamentarisch kein Stück weitergekommen, konnten aber immerhin bewirken, dass sich die Koalition vertieft Gedanken über dieses Thema macht. Ich bin total gespannt, wie diese Geschichte im Dezember weitergeht….

Zwei halbe Sitzungen und verschärfte Regeln

03. November 2020  Fachpolitik, Im Landtag

Die zweite Welle der Corona-Pandemie hat auch im Landtag zu diversen Sicherheitsmaßnahmen geführt. Die lange Finanzausschusssitzung, die am Mittwoch geplant war, wurde nun von 25 Tagesordnungspunkten auf 10 gekürzt. Wir beraten ausschließlich zeitlich dringende Dinge. Dazu gehören die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, einige Baumaßnahmen und der Stand zum Azubiticket. Wann wir die übrigen 15 Tagesordnungspunkte beraten, ist noch unklar. Fakt ist aber, dass sich die Legislatur dem Ende nähert und alles, was wir jetzt nicht behandeln, in den kommenden Monaten beraten werden muss. Es ist also nur aufgeschoben und wird uns später einholen.

Die heutige kurze Sondersitzung des Landtages (vier Tagesordnungspunkte) hat sich ausschließlich mit Corona-Themen beschäftigt. Sie wurde auf Antrag der AfD-Fraktion einberufen, die Fraktion hat es aber nicht fertiggebracht, einen ordentlichen Antrag zu formulieren. Wenn man eine solche Sitzung einberuft, sollte man vorher auch einen Plan haben, was man damit bewirken will. So haben wir nun sehr lange mit dem Ministerpräsidenten über seine Regierungserklärung diskutiert und über unsere beiden Anträge zur Stärkung des Parlamentes und zu Corona-Maßnahmen. So kann es gehen.

Für Sitzungen der Ausschüsse und des Plenums gelten nun wieder verschärfte Abstands- und Hygieneregeln. Wir müssen nun beispielsweise auch im Landtagsgebäude überall Maske tragen. Außerdem können die Ausschüsse entscheiden, ob sie sich physisch im Landtag treffen oder per Videokonferenz tagen. Glücklicherweise tagt der Finanzausschuss auch zukünftig physisch im Plenarsaal. Das erleichtert die Beratung ungemein. Bei Videokonferenzen gibt es immer Kommunikationsprobleme oder technische Hürden, außerdem haben wir im Ausschuss oft etliche Gäste, die wir nur begrenzt zur Videokonferenz laden können. Spätestens bei 40 Teilnehmern wird es unübersichtlich…

Drama in drei Akten

30. Oktober 2020  Fachpolitik, Im Landtag

Akt 1

Der Ausschussvorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses (Frank Bommersbach – CDU) rief mich gestern ungefähr eine Stunde vor der Sitzung an und bat mich, die Sitzung zu leiten. Grund war eine kurzfristig einberufene Sondersitzung der CDU-Fraktion wegen der Corona-Maßnahmen. Wie kurzfristig sie einberufen wurde, weiß ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass sie nicht erst gestern Morgen geplant wurde. Es steht ja jedem Abgeordneten frei, seine Prioritäten zu setzen, wie er will. Ein bisschen komisch fand ich es aber schon, dass die fachliche Arbeit im Ausschuss gestern weniger wichtig war, als die Beratung der Fraktion.

Also übernahm ich die Leitung des Ausschusses. Das ist übrigens beim Rechnungsprüfungsausschuss nicht ganz ohne, weil er eine andere Beratungsstruktur hat, als andere Ausschüsse. Außerdem hatte ich mich auf einige Punkte sehr gut vorbereitet, diese dann aber inhaltlich anzubringen, wenn man die Sitzung leitet, ist nicht ganz ohne.

Der Ausschussvorsitzende kam übrigens pünktlich zum Ende der Sitzung in den Beratungsraum und informierte die noch Anwesenden über die Entscheidungen der CDU-Fraktion zum Umgang mit der Corona-Pandemie. Klare Prioritäten.

Akt 2

Mein Antrag zum WiSo-Kompetenzzentrum in der letzten Landtagssitzung wurde federführend in den Wirtschaftsausschuss überwiesen. Dieser tagt in der kommenden Woche. Ein Blick auf die Tagesordnung verriet mir jedoch, dass der Antrag in der Sitzung nicht behandelt werden sollte. Also bat ich im Ausschusssekretariat darum, den Vorsitzenden (Lars-Jörn Zimmer – CDU) zu bitten, diesen doch recht dringlichen Antrag (die Förderung des Kompetenzzentrums läuft morgen aus) unbedingt am 5. November zu beraten. Nur, wenn der federführende Ausschuss dazu getagt hat, können sich auch die mitberatenden Ausschüsse, also Sozial-, Finanz-, und Europaausschuss, damit befassen.

Würde es nach der CDU-Fraktion gehen, sähe die Anzeigetafel im Landtag künftig öfter so leer aus, wie an diesem 30. Oktober 2020.

Gestern teilte mir die Ausschusssekretärin mit, dass der Ausschussvorsitzende das Thema in der Dezembersitzung behandeln will, da die Tagesordnung für die kommende Woche schon so voll wäre. Auf der Tagesordnung stehen acht Themen. Acht. Zum Vergleich: Der nächste Finanzausschuss hat 25 Tagesordnungspunkte.

Akt 3

Plötzlich und unerwartet wurde gestern Nachmittag der Untersuchungsausschuss zu den Beraterverträgen, der heute tagen sollte, abgesagt. Der Ausschussvorsitzende (Guido Heuer – CDU) hatte das entschieden. Geladen dazu hatten wir u.a. Staatsminister Rainer Robra und Finanzminister Michael Richter (beide CDU). Offenbar wurde am Vormittag in der Sondersitzung der CDU-Fraktion miteinander geklärt, dass man die Sitzung absagen wolle. Begründung: Die beiden Minister, die zur Corona-Risikogruppe gehören, wollen sich keinen unnötigen Risiken aussetzen.

Das ist durchaus verständlich, muss aber nicht zwangsweise zu einer Absage führen. Wir hätten die beiden auch per Videokonferenz zuschalten können. Aber auf die Idee ist man offenbar nicht gekommen. Uns Ausschussmitglieder hatte auch niemand beteiligt und so haben die CDU-Leute mal eben unter sich festgelegt, den Ausschuss abzusagen.

Dieser Fall wird nun den Ältestenrat beschäftigen. Einen Ausschuss einfach so, wegen einer internen Absprache in einer Fraktion abzusagen, gibt die Geschäftsordnung des Landtages nicht her. So darf die Arbeit im Parlament nicht sein und das gilt es für die Zukunft zu verhindern.

Falls sich also irgendwann mal jemand fragen sollte, warum es in diesem Land nicht voran geht, empfehle ich, sich die Arbeitsweise der CDU-Fraktion mal ganz genau anzusehen. Vielleicht findet sich ja dort der ein oder andere Hinweis.

Über Bande

17. Oktober 2020  Fachpolitik, Im Landtag

In der dreitägigen Oktober-Landtagssitzung stammten zwei Anträge aus meiner Feder. Die Befassung mit dem Kinder- und Jugendbericht im Sozialausschuss war völlig unzureichend. Deshalb beantragten wir, die im Bericht genannten Defizite schnellstmöglich abzubauen. Alle Fakten dazu liegen auf dem Tisch, der Kinder- und Jugendbericht stellt viele Forderungen und Empfehlungen auf. Erstaunlicherweise redete die Koalition aber am Thema vorbei und beteiligte sich eher lustlos an der Debatte. Der vorgelegte Alternativantrag verursacht keinen Schaden, bringt aber leider gar nichts. Im Prinzip fokussiert er auf Forderungen, die bereits im Koalitionsvertrag stehen. Dazu soll die Landesregierung berichten. Das ist wirklich traurig, denn es hätte im Plenum wirklich Notwendigkeit und Raum für eine Debatte und fachlichen Austausch gegeben. Die Ministerin konnte (oder wollte) meine Fragen nicht beantworten und argumentierte exakt so, wie ich es vorhergesehen hatte: Mit dem irgendwann umzusetzenden jugendpolitischen Programm würde alles gut. Wann das Programm kommt und welche Inhalte davon noch umgesetzt werden, kann man sich angesichts der anstehenden Landtagswahl in acht Monaten ausmalen. Um es mit den letzten Worten meiner Rede zu sagen: Diese Legislaturperiode ist jugendpolitisch ein Reinfall.

Mein zweiter Antrag beschäftigte sich mit dem Einsatz von EU-Mitteln. Die durch die Europäischen Struktur- und Investitionsfonds EFRE, ESF und ELER geförderten Projekte werden durch Wirtschafts- und Sozialpartner (WiSo-Partner) begleitet und kontrolliert. Dafür gibt es ein Kompetenzzentrum, dass den WiSo-Partnern hilft, im EU-Begleitausschuss fachkundig mitzuentscheiden.

Bislang wird das Zentrum mit 75.000 Euro jährlich gefördert und ist momentan noch beim DGB angesiedelt. Zum 31. Oktober läuft die Förderung aus und der DGB will die Trägerschaft für das Kompetenzzentrum abgeben. Die Universität Magdeburg hat sich bereit erklärt, das Zentrum zu übernehmen.

Allerdings will das Finanzministerium sparen und die WiSo-Partner von der Verwaltung im Ministerium mitbetreuen lassen. Wer sich einmal von der Verwaltung neutral und unabhängig beraten lassen hat, weiß, dass das meist nicht funktioniert. Weil ich die kompetente Mitbestimmung der WiSo-Partner aber für wichtig und sinnvoll halte, habe ich hier einen Antrag eingebracht.

Das ganze Thema ist sehr komplex und erforderte eine Menge Recherche, daher ahnte ich, dass mir im Landtag wohlmöglich niemand folgen könnte. Um dies zu verhindern und der Koalition die Bedeutung des Kompetenzzentrums zu verdeutlichen, spielte ich “über Bande”. Das heißt, ich sprach schon Wochen vor dem Plenum mit zwei Koalitionsfraktionen und ließ sie an einem Teil der mir Informationen teilhaben. Da das Kompetenzzentrum keine ideologisch umkämpfte Institution ist und sich keiner politischen Richtung zugehörig fühlt, war die Chance groß, dass sich tatsächlich etwas bewegt.

Ich wusste, dass unser Antrag nicht so wie eingebracht beschlossen werden würde. Daher hoffte ich auf einen Änderungs- oder Alternativantrag der Koalition. Vor der Debatte teilte man mir allerdings mit, dass der Antrag als durchaus sinnvoll angesehen wird und man ihn daher in drei Ausschüssen besprechen wolle. Federführend sollte dies im Sozialausschuss passieren, mitberatend im Wirtschafts- und im Finanzausschuss. Das ist eine deprimierende Lösung, da ja eine schnelle Entscheidung her muss. Je länger wir jetzt in den Ausschüssen beraten, desto wahrscheinlicher wird es, dass das Zentrum geschlossen und nicht wieder aufgemacht wird.

Leider wurde die Federführung während der Debatte überraschend geändert und liegt nun beim Wirtschaftsausschuss. Das erklärt sich mir gar nicht und zeigt, dass die Koalition trotz meiner weitergereichten Informationen noch keine Ahnung vom Thema hat. Eine Überweisung hätte aus meiner Sicht in den Finanzausschuss und in den Europaausschuss Sinn gemacht. Dass nun zusätzlich auch noch der Wirtschafts- und der Sozialausschuss mitreden, verlängert das ganze Prozedere nur unnötig. Wenn er gut läuft, haben wir im Januar eine abschließende Debatte im Landtag, wenn es schlecht läuft, schaffen wir es vor der Wahl nicht mehr.

Die Debatte zum Thema hat außerdem deutlich gezeigt, wer versucht hat, sich ins Thema einzuarbeiten (SPD), wer überhaupt keine Peilung hatte (AfD), wer versuchte, sich über gekonnt verschleiertes Nichtwissen zu beteiligen (Grüne) und wem das eigentlich alles egal ist, sich aber der Wichtigkeit des Themas nicht entziehen konnte und daher die Überweisung in die Ausschüsse forderte (CDU).

Diese Debatte kann aus meiner Sicht als Lehrstück für ein Seminar in “parlamentarischer Demokratie” und zu den Mechanismen und Funktionen der Landespolitik. Wer am längeren Hebel sitzt (Koalition), braucht sich keine eigenen Gedanken machen, denn man hat ja das Kabinett und die Verwaltung, die einem schon die richtigen Informationen zuarbeiten werden. Bei Lars-Jörn Zimmer von der CDU war das ganz besonders deutlich zu merken. Die Opposition dagegen, muss sich die Finger wund schreiben und den Mund fusselig reden, um überhaupt jemanden im Plenum von diesem Thema zu überzeugen.

Wie oft ich mit WiSo-Partnern telefoniert habe, wie viele EU-Verordnungen und Haushaltspläne ich gelesen, mit welchen EU-Ebenen ich gesprochen und dass ich sogar beim Rektor der Uni Magdeburg war, weiß keiner in der Koalition. Dass ich nun aber einen meilenweiten Informationsvorsprung habe, kann in den Ausschusssitzungen helfen. Jetzt heißt es, weiter Gespräche mit den Koalitionskollegen zu führen und an allen vier Ausschüssen teilzunehmen (auch, um die Argumente der Verwaltung zu entkräften). Ich staune immer wieder über die Dynamik im Parlament und den Aufwand, den wir als Opposition betreiben müssen, um in diesem Land etwas zu bewegen (oder in diesem Fall zu erhalten). Ob sich der Aufwand und mein Spielen “über Bande” etwas genutzt hat, werden wir in einigen Monaten erfahren.

Parteitag zum Wahlkampfstart

11. Oktober 2020  Vor der Wahl

Der Raum wirkte mit den Wandmalereien und den roten Aufstellern ein wenig, wie ein Parteitag in China… (:

Im Plötzky (Salzlandkreis) fand unter Corona-Bedingungen am Wochenende unser erster Parteitag zum Thema Landtagswahl statt. Unsere Spitzenkandidatin Eva von Angern wurde vorgestellt und wir diskutierten über einen Leitantrag, der uns in den kommenden Monaten inhaltliche Orientierung geben soll.

Bis zum Jahresende beschäftigen wir uns intensiv mit dem Wahlprogramm für die Landtagswahl, Ende Januar soll dann auf dem so genannten Listenparteitag festgelegt werden, mit welchem Personal wir in der kommenden Legislaturperiode im Landtag vertreten sein wollen.

Bis dahin legen die Kreise auf Kreisparteitagen fest, wer bei Ihnen direkt kandidiert und wen sie auf die Wahlliste der Partei setzen wollen. Wir bemühen uns, in jedem Wahlkreis einen Direktkandidaten bzw. eine Direktkandidatin aufzustellen.