Radpartie mit Täve Schur

12. Juni 2016  Im Wahlkreis

RadtourAuf Einladung des Ortsverbandes Biederitz / Gommern ging es am Samstag zu einer kleinen, dann doch etwas größeren Radpartie durchs Land. Mit dabei war auch der rüstige und immer noch sehr schnelle Täve Schur.

Nachdem der Friedensfahrtgewinner die Fahrräder der Mitreisenden einmal inspiziert und kommentiert hatte,(“Mensch, das sieht ja gut aus, sehr stabil.” “Ja, ist vom Baumarkt.”) brachen wir von Heyrothsberge Richtung Kleinmühlingen zum Friedensfahrtmuseum auf. Nach 26 Kilometer Fahrt und einer kleinen Eispause kam unsere Truppe gegen 13 Uhr im Museum an.

Zurück ging es dann aber mit dem Zug. Trotzdem kamen bei mir an dem Tag über 45 Kilometer zusammen.

Eine schöne Fahrt mit vielen Gesprächen, neuen Bekanntschaften, interessanten Informationen über die Geschichte der Friedensfahrt (und ein bisschen Muskelkater).

Feuertaufe überstanden

05. Juni 2016  Im Landtag

Der Sitzungsmarathon mit vier Sitzungen in einer Woche war erwartungsgemäß sehr anstrengend, aber auch lehrreich und spannend. Die AfD brachte einige Abläufe durcheinander und erlaubte uns einen Blick in die verschiedenen (und teils erschreckenden) Meinungen der Abgeordneten. Glücklicherweise gelang es uns, und auch den anderen Parteien, die meisten der rassistischen und verurteilenden Äußerungen zu entlarven und zu widerlegen. Die Presse berichtete umfangreich, daher spare ich mir hier weitere Schilderungen.

Am Freitag dann, mit drei Sitzungstagen in den Knochen, durfte ich beim vorletzten Tagesordnungspunkt endliche meine Rede halten. Gemeinsam mit Benjamin (Finanzreferent der Fraktion) schrieb ich einen Entwurf für die vorgegebenen fünf Minuten Redezeit und wartete darauf, endlich dran zu kommen.

Das mit den Reden ist wirklich eine schwierige Aufgabe. Wenn man Pech hat, ist man letzter Redner und kann einen Großteil des Entwurfes streichen, weil die Vorredner schon alle Argumente genannt haben. Ich war als vierte Rednerin dran, nach AfD, Landesregierung und SPD. Glücklicherweise hatte keiner meine Argumente vorweggenommen.

Trotz Aufregung hatte ich während der Rede tatsächlich Spaß. Das Publikum (also die anderen Abgeordneten) machten mit, lachten, stellten lustige Zwischenfragen und wirkten recht angetan. Das tat gut und motiviert mich für kommenden Sitzungen.

 

 

Hier finden sich die anderen Redebeiträge zum Thema.

Woche ohne Atempause

31. Mai 2016  Im Landtag

Die erste richtige Sitzungswoche hat es in sich. Gestern war ich im Landesjugendhilfeausschuss, dessen Mitglied ich demnächst sein werde. Im Ausschuss, der sich aus Vertretern relevanter Gruppen zusammensetzt (Verbände, Vereine, Institutionen, Städte- und Gemeindebund, Verwaltung, Politik etc.) war ich bereits von 2002 bis 2006 Mitglied, damals allerdings noch auf Seite der Jugendverbände. Nach 10-jähriger Pause darf ich nun als Vertreterin der Fraktion wieder in der Jugendpolitik mitmischen.

In dieser Woche tagt außerdem der Landtag. Da wir uns vor der Sommerpause befinden, sitzen wir drei, statt regulär zwei Tage, also von Mittwoch bis Freitag. Allein diese Sitzungen durchzustehen, ist schon Herausforderung genug. Dazu kam nun noch eine Sondersitzung zum Kommunalabgabengesetz, die heute stattfand. Dabei geht es um die Regelung zu den Beiträgen für die Abwasseranschlüsse. Um schnell eine gesetzliche Änderung zu bewirken, musste eine Sondersitzung her, da zwischen der ersten und zweiten Lesung eines Gesetzes im Parlament mindestens zwei Tage liegen müssen. Vor der Landtagssitzung besprachen wir uns in den Arbeitskreisen und in der Fraktion. In der Mittagspause gab ich dann schnell ein Interview für den MDR zum Thema “Eliten im Osten”.

Morgen Vormittag konstituiert sich der Finanzausschuss. Da ich dort Mitglied und stellvertertende Vorsitzende bin, ist eine Teilnahme natürlich Pflicht. Uns erwarten im Finanzausschuss auch gleich neun Tagesordungspunkte, die es abzuarbeiten gilt.

Selbstverständlich versuche ich, mich auf all diese Sitzungen entsprechend vorzubereiten, das heißt, Anträge und Unterlagen zu lesen, Gesetzestexte zu wälzen, Hintergrundinformationen zu recherchieren und bei Bedarf eine Rede auszuarbeiten. Am Freitag werde ich das erste Mal im Landtag reden. Die AfD hat einen Antrag mit dem Titel “Keine Einschränkung im Bargeldverkehr” gestellt. Zu diesem werde ich mich aus Sicht der Fraktion DIE LINKE äußern.

Zum Abschluss der Woche fahre ich dann am Freitagabend nach der Landtagssitzung zur Eröffnung der Musikschultage nach Burg.

Bundesparteitag / Nebenschauplätze

29. Mai 2016  Nach der Wahl

bptAm Wochenende fand (medienreich begleitet) der Bundesparteitag der LINKEN in den Magdeburger Messehallen statt. In einer der Hallen saßen die Delegierten, wählten, lauschten, klatschten, gaben Interviews und in der anderen Halle gab es Stände von Gewerkschaften, Medien und Parteiorganisationen. Die Mitteldeutschen Landesverbände (Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt) teilten sich einen Stand. Samstag half ich dort mit und stellte Buttons her. Außerdem gab es bei uns Plakate des Frauenverstehers zu gewinnen, Popcorn, Perlwein und Signierstunden mit den Partei-VIPs.

Nebenbei führte ich spannende Gespräche mit Genossinnen und Genossen aus dem Jerichower Land, aus Magdeburg, Wolmirstedt und von der “Offenen Heide”. Mit Katrin Kunert (Bundestagsabgeordnete) tauschte ich mich über die Lage im Bund aus und mit Eva von Angern ging’s zum Rundgang zu den vielen Ständen. Letzteres hätte ich lieber nicht machen sollen, ich habe nämlich am Stand von “Der kleine Buchladen” etliche Euro in Bücher umgesetzt. Jetzt muss ich nur noch Zeit zum Lesen finden…

In der anderen Halle wurden derweil Vorstände, Bundesgeschäftsführer und andere Posten gewählt. Wir sind mit Matthias Höhn als Geschäftsführer und Dagmar Zoschke als Mitlied im Parteivorstand gut auf der Bundesebene vertreten. Schade nur, dass die Sache mit der Torte alles irgendwie durcheinander gebracht hat.

Wichtige Ost-West-Debatten

25. Mai 2016  Im Landtag

Nach der Ernennung der Minister und Staatssekretäre der aktuellen Landesregierung habe ich am 28. April eine kleine Statistik bei Twitter veröffentlicht. Diese sah so aus:

 

In der Twitter-Welt wurde nach diesen Tweets heftig debattiert. Spannenderweise ging es nicht um die Geschlechter- oder Altersfrage. Im Zentrum der Diskussion stand nur, ob man denn eine solche Statistik zu Ost und West führen darf, ob es noch einen Unterschied macht, woher jemand kommt und inwiefern ich als Linke und jugendpolitische Sprecherin solche Kategorien bilden darf. Da kam eine Menge Gegenwind und ich beschloss, über das Thema mal im Rahmen einer Veranstaltung zu sprechen. Diese ist gerade in Planung.

Heute hat die Diskussion noch mal Fahrt aufgenommen. Die Universität Leipzig hat im Auftrag des MDR eine Studie zum Thema “Eliten in Ostdeutschland” durchgeführt und diese heute veröffentlicht. Der MDR-Beitrag dazu findet sich hier. Dort heißt es, dass es mehr als 25 Jahre nach der Wiedervereinigung zwar eine Annäherung der Lebensverhältnisse in Ost und West gibt, die Führungspositionen jedoch weitestgehend von Westdeutschen eingenommen werden. Im Osten stammen nur 20 Prozent der Führungskräfte (Politik, Hochschulen, Unternehmen) aus dem Osten. Bundesweit sind nur 1,7 Prozent Ostdeutsche unter den Führungskräften.

Auch heute gab es bei Twitter wieder viele Diskussionen um Relevanz, Inhalt und politische Richtung der Studienergebnisse. Insbesondere Politiker wunderten sich ausdrucksreich und monierten eindrucksvoll die “ostzonale Befindlichkeitspolitik” gerade bei der LINKEN.

Ich bin der Meinung, dass man über eine Studie, die aktuelle Fakten beschreibt und eine gesellschaftliche Stimmung wiedergibt, unbedingt sprechen muss. Das gilt um so mehr, wenn das Gefühl vieler Ostdeutscher, immer noch benachteilgt und nicht ausreichend repäsentiert zu sein, dem Populismus im politischen Raum Vorschub leistet. Historiker Justus Ulbricht erklärt diese Mechanismen gut in einem MDR-Interview.

Es ist aus meiner Sicht daher eine klare Aufgabe an Politiker, über die Stimmung in der Gesellschaft zu wissen und darüber zu reden. Gerade dazu wurden die neu gewählten Parlamentarier von Landtagspräsident Hardy Güssau in seiner Antrittsrede aufgefordert: Sich stärker als bisher als Informationsquelle und als Kommunikationspartner zu begreifen. Er betonte weiter:

„Wir müssen wieder stärker zu Zuhörern, zu Ansprechpartnern, zu Kümmerern vor Ort werden. Wir müssen Farbe für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaat bekennen und überall Gesicht zeigen, wo es Not tut. Nur so können wir den berechtigten oder auch unbegründeten Ängsten der Menschen vor der Zukunft in einer immer komplexeren Welt begegnen.“