Zwischen friedlichem Protest und langen Sitzungen

Am Samstag fand auf dem Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide ein “Tag der offenen Tür” statt. Unter dem Motto „Entdecke was dahinter steckt“ lud die Truppe dazu ein, die Kaserne zu besichtigen, Militärfahrzeuge und verschiedene Waffen anzuschauen und an Informationsständen Wissenswertes über die Bundeswehr zu erfahren. Die Bürgerinitiative Offene Heide startete parallel eine kleine Gegeninitiative mit dem Slogan „Krieg ist kein Volksfest“ und verlegte ihren monatlich stattfindenden Friedensmarsch vor die Eingangstore des Gefechtsübungsplatzes. Mit Plakaten, Bannern, Musik und einer kleinen Demonstration machten wir auf uns aufmerksam. Beeindruckend war der fast drei Stunden lang nicht abreißende Strom von Autos, die auf der Zufahrtsstraße zum Übungsplatz fuhren. Unsere Plakate und Banner wurden also von vielen Menschen gesehen.

Traurig bin ich über zwei Vorfälle, die sich an dem Vormittag der Aktion ereigneten. Während wir friedlich auf der Gegenfahrbahn demonstrierten, wurde ein Teilnehmer von einem Mann angefeindet und bedroht. Der Mann brüllte uns aus dem Auto an, stieg aus, beschimpfte den Organisator der Demo und wurde handgreiflich. Die uns begleitende Polizei musste eingreifen und die Situation klären. Der Mann aus dem Auto trug übrigens ein „Wüstenfuchs-Erwin-Rommel“-Shirt. Hier trafen zwei Weltanschauungen knallhart aufeinander. Schlimm nur, dass diejenigen, die für Frieden demonstrierten, angegriffen wurden. Später beschimpften und bedrängten zwei uniformierte Männer (keine Uniform der Bundeswehr) einen über 80-jährigen Teilnehmer der Demo.

Offensichtlich haben wir mit unserer Aktion einige Aggressionen ausgelöst. Dabei frage ich mich, was so schlecht sein soll an einer Welt ohne Krieg und Militär… Insgesamt muss man bei solchen Aktionen aber über ein anderes Sicherheitskonzept nachdenken. Die beiden Polizisten, die uns bewachten, konnten nicht überall gleichzeitig sein und wären im Notfall wahrscheinlich zu spät gekommen.

Zum Ausruhen blieb nach der samstäglichen Aktion dann nur der Sonntag, der bitter nötig war, denn auch die kommende Woche wird mindestens genauso anstrengend wie diese.

Am Montag bin ich beim Landesjugendhilfeausschuss im Sozialministerium. Auf der Tagesordnung stehen u.a die Novelle des SGB VIII, der aktuelle Stand der Überarbeitung des KiFöG, der Kinder- und Jugendbericht und die Beteiligung junger Menschen. Abends trifft sich dann die Basisorganisation Wolmirstedt, um die letzten Aktionen zur Wahl zu besprechen.

Unsere öffentlichen Fraktionssitzung in Salzwedel findet am Dienstag statt. Wir besuchen dort u.a. die Firma Paradiesfrucht, die Deponie in Gardelegen und die Gedenkstätte Isenschnibbe.

Am Mittwoch ist dann körperlicher Einsatz beim Plakatehängen im Bördekreis gefordert. Gemeinsam mit einer Genossin aus Samswegen sind wir in neun Dörfern unterwegs. In den folgenden Woche kommen dann noch Flyeraktionen und Stände in Wolmirstedt, Burg und Genthin dazu.

Der vollgepackte Rechnungsprüfungsausschuss beglückt uns am Donnerstag. Wir haben 14 Tagesordnungspunkte abzuarbeiten, darunter das Missmanagement der IBG-Beteiligungsgesellschaft, Mängel beim Bau der Unibibliothek Magdeburg und des Landgerichts Halle und Mängel bei der Personalwirtschaft der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt. Das größte und sicher umstrittenste Thema sind jedoch die Vergabe und Beauftragung externer Beratungsleistungen, Studien und Gutachten. Das Thema beschäftigt uns ja bereits seit Monaten im Untersuchungsausschuss und im Finanzausschuss. Nun debattiert auch der Rechnungsprüfungsausschuss darüber. Durch unsere vielen Kleinen Anfragen zum Thema haben wir einen Fundus an Informationen, die wir mit einbringen und beraten können. Ziel ist es, ein transparenteres Verfahren zur Vergabe von externen Dienstleistungen zu finden, um einen Missbrauch durch die Landesregierung zukünftig zu vermeiden. Ich bin sehr gespannt auf die Diskussion.

Am Freitag wird es dann mit zwei kleineren Fachterminen glücklicherweise etwas ruhiger.

Quer durch Land und Themen

Konzentriertes Arbeiten auf der Sommerklausur in Wörlitz

Auf der Sommerklausur, die traditionell in Wörlitz stattfindet, haben wir uns wie geplant über unsere Tätigkeiten im ersten Jahr dieser Legislatur ausgetauscht und Pläne für Gesetzesvorhaben und Aktionen in den kommenden Monaten gemacht.

Nach der Klausur fuhren wir am Dienstagnachmittag gemeinsam nach Dessau, um dort im Rahmen der Volksinitiative „Den Mangel beenden! – Unseren Kindern Zukunft geben!“ Unterschriften für mehr Lehrer im Land zu sammeln. In 1,5 Stunden kamen rund 160 Unterschriften zusammen. Auch in Wolmirstedt sammelten meine Mitarbeiterin Heike und ich Unterschriften. Die Wolmirstedter waren sehr zugänglich; viele hatten schon aus der Presse von dem Problem mit der Unterrichtsversorgung gehört oder waren gar selbst betroffen. Zu zweit sammelten wir am Freitagvormittag 58 Unterschriften. Laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind schon deutlich über 25.000 der benötigten 30.000 Unterschriften zusammen gekommen. Ich bin sehr optimistisch, dass wir in den kommenden Wochen die Zielmarke überschreiten.

Am Mittwoch fanden dann Finanz- und Sozialausschuss statt. Erst genannter war diesmal sehr geprägt von Vorlagen zu Bautätigkeiten des Landes. Wir beschlossen Sanierungen der Polizeidirektion Nord in Magdeburg, des Landesamtes für Verbraucherschutz in Stendal, der Landesschule Pforta und den Bau einiger Landesstraßen. Im Sozialausschuss diskutierte ich zum Top “Mitwirkung der jungen Generation fördern – Demokratie stärken” und bat darum, dass in der Oktobersitzung zum Thema “Kompetenzzentrum Soziale Innovation” beide Ausschüsse gemeinsam tagen können. Das wurde positiv aufgenommen. Der Finanzausschuss hat noch diverse Fragen zur Umsetzung des Projektes und hatte im Frühjahr beschlossen, dass eine gemeinsame Sitzung versucht werden soll.

Einmal Europa und zurück

Die letzten beiden Wochen war ich viel unterwegs, habe Termine in meinen Wahlkreisen wahrgenommen, z.B. bei einem Biohof im Jerichower Land und bei einer schönen Veranstaltung im Kino in Burg. Außerdem bereiten wir Aktivitäten für den Wahlkampf vor.

Der Plenarsaal des Europäische Parlaments in Straßburg Foto: Von Diliff – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, wikipedia

Zwischendurch habe ich noch eine kleine Bildungsreise nach Straßburg quetschen können und mir angesehen, wie die europäischen Institutionen funktionieren. Gelernt habe ich einiges, z.B. dass im Parlament aktuell 751 Abgeordnete aus 28 EU-Staaten sitzen, davon sind knapp über 30 Prozent Frauen. Deutschland wird durch 96 Parlamentarier vertreten, wir haben damit die meisten Abgeordneten aus einem Mitgliedsland.

Das EU-Parlament tagt zwölf Mal im Jahr für bis zu vier Tage. Das ist viel öfter und länger als wir uns im Landtag treffen! Außerdem gibt es zusätzliche Plenartagungen sowie Ausschuss- und Fraktionssitzungen in Brüssel. Wirklich erstaunlich, wenn man den Aufwand bedenkt, der mit solchen Sitzungen verbunden ist. Im Landtag müssen die Abgeordneten aus allen Winkel Sachsen-Anhalts anreisen, im EU-Parlament aus allen Winkeln Europas. Da wird eine Anreise mit Zug oder Auto kaum mehr möglich, es sei denn, die Abgeordneten aus Bulgarien fahren schon einige Tage vorher los. Und dann das Hin- und Her mit den Akten und den Parlamentsangestellten…das ist alles ziemlich verrückt und muss unglaublich viel Geld kosten.

Neben dem EU-Parlament sitzen in Straßburg auch noch der Europarat, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und der deutsch-französische Sender arte.

Die etwas ruhigere Sommerpause habe ich auch genutzt, um im Büro endlich für Ordnung zu sorgen Die Papierstapel von Ausschüssen und Landtagssitzungen waren kaum noch zu bändigen. So richtig weiß ich auch nicht, wohin mit all den Unterlagen, die später (z.B. in den nächsten Haushaltsverhandlungen) mal wichtig sein könnten. In meinen vier Ausschüssen (vor allem im Finanzausschuss) wird so unglaublich viel Papier erzeugt, dass ich jedes Mal ein schlechtes Gewissen bekomme, wenn ich in mein Postfach schaue. Jetzt sind alle angeschafften Aktenordner voll und ich muss für Nachschub sorgen.

Die ersten Ausschüsse finden schon in der kommenden Woche statt. Wir sind glücklicherweise erst am 16. August dran, dann allerdings gleich doppelt, denn der Finanz- und der Sozialausschuss finden parallel statt. Das stellt mich mal wieder vor eine kleine koordinative Herausforderung, es gibt nämlich in beiden Ausschüssen Themen, die für meine Arbeit relevant sind. Die Tagesordnungen liegen jetzt zwar vor, sind aber was die zeitlichen Abläufe angeht wenig aufschlussreich. Im Zweifel muss ich halt zwischen den Ausschussräumen hin und her laufen.

(Keine) Zeit für eine Pause

In den vergangenen zwei Wochen gab es jede Menge Termine im Landtag, im Wahlkreis, außerhalb des Bundeslandes und auch noch auf mehreren Parteieebenen. Trotz Erkrankung habe ich versucht, so viele Termine wie möglich wahrzunehmen. Das war allerdings ein Fehler, denn nach wenigen schmerzfreien Tagen erwischte es mich in der vergangenen Woche noch mal. Jetzt gibt es wieder Antibiotikum und einen Termin beim Facharzt.

Kleine Finanzklausur im Landtag

Mitte Mai haben Benjamin und ich uns für einen Tag aus dem Terminchaos befreit und eine schon lange überfällige Finanzklausur gemacht. Wir haben geschaut, was wir im vergangenen Jahr thematisch bearbeitet haben, wie und wo wir gewirkt haben, woran wir weiterarbeiten wollen und welche Themen auf uns zukommen werden. Da der eine Tag nicht ausgereicht hat, werden wir uns im Juli noch mal zusammen setzen. Jetzt haben wir aber schon einen groben Überblick und wissen ungefähr, wie wir die nächsten Monate gestalten werden.

Gut besuchte Mitgliederversammlung in Detershagen

Übergabe der Siegerurkunden durch Bildungsminister Marco Tullner

In meinen Wahlkreisen war ich auch einige Male, unter anderem zu einem Gespräch in der Bibliothek in Burg, bei einer Versammlung der Basisorganisation in Wolmirstedt und bei der Mitgliederversammlung des Jerichower Landes. Dort stellte sich Andreas Höppner als Kandidat für den Landesvorsitz der Partei vor. Am 20. Mai wurde er dann mit 92 Prozent der Stimmen auf dem Landesparteitag gewählt. Eine Übersicht der anderen Landesvorstandsmitglieder findet sich auf der Seite des Landesverbandes.

Für die Fraktion habe ich, wie schon im vergangenen Jahr, wieder am Finale von “Jugend debattiert” im Landtag teilgenommen. Die Jugendlichen von der 9. bis zur 12. Klasse debattierten über Elektroautos und den Eurovision Songcontest. Auch in diesem Jahr war wieder eine Teilnehmerin vom Gymnasium in Wolmirstedt dabei. Gewonnen haben Simon Mersdorf aus Aschersleben und Helene Müller aus Droyßig. Es ist wirklich erstaunlich, auf welch hohem Niveau die Schüler miteinander debattieren. Dem ein oder anderen Abgeordneten würde eine Schulung in diesem Bereich auch ganz gut tun…

Bis zur Sommerpause heißt es jetzt durchhalten. Es kommen vor den Sommerferien noch Ausschusssitzungen, Wahlkreistermine und eine dreitägige Landtagssitzung auf uns zu.

 

 

 

 

Erste Talkshowerfahrung

Im Dezember vergangen Jahres wurde ich vom Offenen Kanal Magdeburg zwecks Teilnahme an der Jahresabschlussendung von “Ruf jetzt an” mit Heiko Herfurth und Gästen angefragt. Die Show wird einmal monatlich mit wechselnden Themen live im Fernsehen gesendet. Da ich im Dezember leider sehr kurzfristig absagen musste, starteten wir in dieser Woche einen zweiten Versuch. Und diesmal hat alles geklappt.

Gemeinsam verbrachten Heiko Herfurth, Helge Hinze, Lars Johansen (den ich beim Ostermarsch kennenlernte) und ich eine sehr kurzweilige Stunde im Studio. Wir sprachen vor allem über Politik aber auch über die Tunnelbaustelle am Bahnhof, kulturelle Highlights und kulinarische Höhepunkte. Die Teilnahme an der Sendung war eine interessante Erfahrung, auch in Bezug auf Selbstreflexion.